Ich hatte eine Frage an die Welt,
Als Kind, kaum dass ich irgend was verstand,
Ich hab’ sie dennoch tausendfach gestellt,
Man hat als Frage sie nicht anerkannt.
So sank sie denn als zarter Keim,
Und hoher Schnee bedeckt’ sie lange Zeit,
Tief in das Erdreich des Vergessens ein,
Fand Fragenden gleich wie Befragte – unbereit.
An selber Stelle wuchs in spät’ren Tagen,
Als Lebens Sommerwärme schmolz den Schnee,
Der Baum der abertausend Fragen,
Die Welt gab Antwort jeder und ich sagte: „ich versteh´!“
Doch als der Sturm durch all das Wissen fegte,
So mancher reich verzweigte Ast zerbrach,
Und da der Wind sich endlich legte,
Blieb wiederum die eine Frage ohne Antwort nach.
Da ging ich auf die Knie,
Und wortreich trug ich sie dem Himmel vor,
Doch hörte ich kein „Siehe!“,
Und keine weisen Worte kamen her vom Himmelstor.
Doch eben als ich traurig meine Frage
Aus dem Sinn mir streichen will,
Ist es, als ob ich selbst mir wortlos sage:
„Schon immer ist die Antwort Dir – fraglos und still“.
*
