Mauerfall

Als die Mauer fiel,
Unverhofft, man könnte sagen: einfach so …
War plötzlich dieses Niemandsland …
Kannst Du mir sagen: wo?

War doch gerade noch so wichtig,
Diese Zone zwischen Dir und mir
Auf der sie Stein auf Stein die Angst gebaut,
Jetzt steh’n wir da und sagen „Wir“.

Als die Mauer fiel,
Bedingungslos, da Menschen dies nur wollten,
Sah’n wir eben diese Todeszone
Als Trugbild ohne eigene Kraft – was wir bedenken sollten.

*

10 Gedanken zu “Mauerfall

  1. Sie müssen mir bitte verzeihen, aber die Mauer ist nicht gefallen, sie wurde heruntergepickert… Moment, ich denke nach… Es waren soviele ohne eigene Kraft, die einfach nur mitliefen, doch einige wenige, die leiteten. Und litten. Viele, die unnütz starben
    Ein Trugbild ohne eigene Kraft? Ich glaube nicht… doch ich denke weiter nach. Welche Kräfte bergen Mauern? Die eingeschlossenen. Ich ahne langsam, worauf Sie hinauswollen. Und grüße weitereigenmauereinreißend, Ihre Käthe, ostendsprünglich.

    1. Mauern, die Menschen getrennt halten sollen, werden im Geist errichtet, und nur da können sie wieder fallen.
      Angst, Hass, Glaube an die Vernichtbarkeit des Lebens, das sind die „Kräfte“, die in ihnen eingeschlossen sind. Aber diese „Kräfte“ sind ganz und gar von meinem Glauben an sie abhängig, „Mauer, Grenze, Todeszone“: Trugbilder ohne eigene Kraft, ich kann das alles in mir fallen lassen. Dann ist es nicht mehr.
      Und außen? Steht vielleicht noch eine Mauer, aber ich hab‘ sozusagen meine Hand durchgestreckt, in einem anderen Vertrauen.
      Ich würde von mir sagen, dass mein Geist alles andere als mauerfrei ist (seufz!), noch sehr beschränkt sozusagen, aber gewisse Erlebnisse haben mir unmöglich gemacht, an diese Mauern, Grenzen, Beschränkungen weiter zu glauben als an eine Wahrheit. Davon spricht das kleine Gedicht.
      Und wenn wir es jetzt über uns bringen, zwischen ihrer realistischen Sicht auf die Mauer und meiner Taschenlampeninsinnereleuchterey keine Mauer zu errichten, Verehrteste, dann sind wir uns mal wieder aufs Schönste begegnet!

      P.S.:Nicht ganz abseits vom Thema: Sofern die Winde wehen, und das aus der und in die richtige Richtung, und keine störenden Mauern unterwegs auftauchen, kann wieder kräftig gehibbelt werden: Luftpost ist unterwegens!

      1. Verehrtester, nach Ihren vorzüglichen Weiterworten nochmal gelesen und die innere Mauer fiel. Ich war aus Berichterstattungsgründen zu sehr auf die reelle Mauer erpicht und deren Verharmlosung. Das Wort Mauerfall für das Abreißen eines Betonwalles erschließt sich mir nicht. Die inneren Mauern indess, da bin ich sowas von bei Ihnen, die kann man nur selbst fallen lassen. Oder erst gar nicht errichten und einfach offen bleiben, was wiederum schwer ist. Ihnen gegenüber bleibe ich gewiß gänzlichst offen, hier erneuterfreutbestätigt. Im übrigen: jeden Abend sind Sie und Ihre Lieben nun in die Nachtgedanken eingewoben. Bei Ihrer grußsendenden Frau Knobloch.

        PS: Uikuikuikuikuik… Vorfreude mit Ansage fetzt sowas von ungemein. Danke, mein Lieber.

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