Frühlings Gesicht

Was mir der Wind erzählt,
Ist seltsam mir vertraut,
Mit einer Stimme tief in mir vermählt,
Die ohne Laut,

Doch klar, mit hellem Klang,
Allein von Dir mir sprechen will …
… Kein Ohr erhört je den Gesang …
Und werd‘ ich still,

Und schau‘ …

Was mir der Wind erzählt,
Die Wahrheit ist:
Seh‘ Dich wie Frühlings ersten Tau,
Und wie unendlich schön Du bist.

*

11 Gedanken zu “Frühlings Gesicht

  1. Zauberhafte Silben.
    Und jedes Jahr erleben wir den Frühling neu, wir kennen es vom letzten und vorletzten Jahr und doch lässt uns wieder neu still werden. Wir staunen, als sei es der allererste Blick.

    1. Das hast du sehr schön gesagt.
      Und in gewisser Weise bleibt es immer ein „allererster“ Blick, mit dem wir auf das Wunder schauen, das das Leben ist, weil dieser spezielle Blick selbst Teil dieses Wunders ist und nie einzureihen sein wird in das Zeitschema unseres „normalen“ Erlebens.
      Für einen Moment sind wir gemeinsam mit dem, auf das wir schauen, jenseits der Zeit.

  2. Ja, was so vertraut erscheinen will, überrascht uns dennoch immer wieder durch diese unglaubliche Fülle und verschwenderisch erscheinenden Reichtum. Die fabulöse Frau Rosmarin verglich dieses Glück just mit einem Füllhorn. Sehr trefflich, wie ich finde. So wie Ihr Poem, lieber Michael.
    Herzliche Grüße in den bezaubernden Frühlingssonntag, Ihre Käthe.

    1. Hier in Hamburg ist das Füllhorn nicht ganz dicht, da ahnt man erst die Fülle und das Horn gibt noch den offenen Ton des Beginns. Ich mag dieses Stadium des Frühlings, das gibt eine besonders starke Resonanz in mir. Bin eben ein Dichter, der ja nur deswegen dichten muss, weil was undicht ist.
      Herzliche Grüße auch Ihnen,
      Michael

      1. Ach, ich liebe Ihre undichten Gedichte,
        sie erzählen von der einen Geschichte,
        die stetig sich erneuernd geschieht,
        als ganz ureigenes Frühlingslied.

        Nach einer Nacht mit dem geliebten Lippischen Landregen, passieren hier tausende kleine Glücksexplosionen, lieber Michael, man möchte weinen vor Erstaunen. Wie jedes Jahr…

        Ihre Käthe, murmeligkollerig.

        1. Der ostwestfälische Landregen ist berühmt-berüchtigt, aber wenn er zu Glücksexplosionen führt, dann finde ich das sehr passend. Ich hab‘ nämlich heute Geburtstag – erzähl‘ ich Ihnen mal so – werde mal wieder sieben, wie jedes Jahr, und erlaube mir die Lippischen Naturexplosionen als Geburtstagsfeuerwerk zu deuten.
          Und ein Geburtstaggedicht gab es auch noch von Ihnen, ich sag’s ja! Herzlichen Dank dafür,

          Ihr Michael, ohne Alkoholeinfluss bei vollem Bewusstsein, aber bisschen albern drauf.

          1. Whooohooo! Alles Gute zum Siebenundrölfzigsten, mein Lieber! Geburtstagsfeuerwerk und Gedicht hammSe ja nun, Kuchen kann ich nicht, wohl aber Blumen. Ergo sende ich Ihnen raschelgratulierende und ständchenkwietschige Dickmadamtulpen. Albern sein fetzt!

            Von Herzen, Ihre Käthe.

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