Was soll ich sagen.

Die Digitalisierung der Kommunikation bedient einen Menschheitstraum: nämlich möglichst hundertundein Prozent aller Begegnungen mit dem dubiosen „Anderen“ innerhalb des smartphonekompatiblen Beurteilungsrahmens „Nützt er mir, schadet er mir, oder ist er mir egal?“ hinsichtlich der Sinnfrage erschöpfend beantworten und dabei das „Optimale“ herausholen zu können.
Na und? Die Idee ist nicht neu. Sie ist nur realisierbarer geworden.
Ich weiß ja auch nicht. Aber ehrlich: Ich liebe es, dieses Nichtwissen, es athmet so schön vertikal …

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11 Gedanken zu “Was soll ich sagen.

          1. „Ich liebe es, dieses Nichtwissen, es athmet so schön vertikal …“ Danke für diesen Satz! Ähnliches (nicht so schön formuliert) geistert mir auch immer wieder im Kopf herum. Im Google-Zeitalter ist es ja fast schon eine bewusste Entscheidung, etwas nicht zu wissen, egal ob über Mensch oder Ding. Ich genieße das. Egal, ob es mir nützt oder schadet. 😉

            1. Jetzt hangeln wir uns gerade in Mirsos Kommentar weiter. Aber egal. 🙂
              Das ist fein beobachtet: es ist quasi schon eine „bewusste Entscheidung“, nicht zu wissen. Etwas, das z.B. in einer „Erörterung“ der Kern ist, auch im „Gespräch“: das Nichtwissen und die Bereitschaft, sich dem, was auch immer es sei, zu öffnen, was aus diesem „leergelassenen“ Zentrum der Begegnung kommt, ist im Google-Talk nicht mehr vorgesehen. Man könnte auch sagen: das Leben hat immer weniger Mitspracherecht. Wir wissen ja schon alles.
              Tief durchathmen.

  1. Oh, hab ich mich verklickt … Also im neuen Kommentarstrang:
    Das „Nichtwissen“ gewinnt tatsächlich eine neue Qualität. Was früher ärgerlich (da unabänderlich) sein konnte, ist heute ein Zugestehen, dass nicht alles offengelegt sein muss. Dies hat einen eigenen Reiz, gerade in der Kommunikation. Nicht jede Lücke muss gefüllt werden, nur weil das Internet uns ach so schlau macht. Ist das nun eine neue Erkenntnis oder im Kern eine alte Wahrheit?

    1. Neu sind sicher die unendlich scheinenden Möglichkeiten, die „Lücke“ im Wissbaren zu leugnen, alt, ich würde sagen: ur-alt, weil zeitenunabhängig wahr, ist die Lücke selbst, von der ja schon Sokrates wusste, dass er sie nicht weiß, weil es da nichts zu wissen gibt. Sie ist einfach, dem Himmel sei Dank, denn durch sie kommt das Leben zu uns. einfach so.

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