Ganz in der Nähe

Wo ist der Ort, an dem ich sag‘: „Ich bin am Ziel“?
Wann bin ich angekommen?
Was muss gescheh’n, dass ich nicht weiterwill?
Hab‘ ich versagt, bin vom Erfolg längst ausgenommen?

Ist denn genug von mir verstanden,
Wozu wir unterwegs und was der Sinn?
Was sind denn meine Mittel, anzulanden
DORT, und ob ich wohl willkommen bin?

Du scheinst die selben Fragen mir zu stellen,
Als ob in deinem Blick den ORT ich sähe,
Im selben Boot, im Auf und Ab der hohen Wellen:
Wohin wir unterwegs, ist GANZ in unsrer NÄHE.

*

17 Gedanken zu “Ganz in der Nähe

  1. Ein Hauch von Melancholie.
    Sehr schön verfasst, macht nachdenklich. Wir sind halt da ,
    wo wir sind. Zum Ziel werden wir kommen, vermute ich, irgendwie. Hauptsache wir haben eines.
    L.G.

    1. So sehe ich das auch, vielen Dank, lieber Mirso!
      Und die Melancholie hat immerhin den Vorteil, dass wir für einen Augenblick mal loslassen von der Idee, wir wüssten immer ganz genau, wo’s langgeht. Und guck‘ mal: kaum werd‘ ich melancholisch, sitzen schon zwei Weggefährten mit mir im Boot. Ja besser kann das doch gar nicht laufen! Außer für den Smutje, der muss jetzt noch einen mehr verköstigen!

  2. Ahoi Matrose unterwegs auf dem Meer des Unfassbaren, vielleicht von seinem Wasser schon unbemerkt berührt. Lass uns weitersegeln

    1. „Vielleicht schon unbemerkt berührt“, das finde ich sehr schön, auch als Perspektive für Zeiten, in denen die NÄHE nicht zu spüren ist. Ein bisschen Wind ist immer! Dann müssen wir eben das größere Segel setzen! Die Crew scheint mir jedenfalls hier stetig anzuwachsen, der Smutje kriegt ordentlich zu tun! Willkommen an Bord!

  3. Sehr sehr schön und berührend, lieber Michael. Der Smutje muss mich auch noch verköstigen, aber ich mache gern die Zuarbeiten – obwohl: ich glaube, an dem ORT so GANZ NAH haben wir keinen Hunger mehr.😊

    1. Menschmenschmensch, das wird ja ganz schön voll hier auf dem Kahn!
      Und du meinst? …. ehrlich? …. das wäre ja vielleicht die Erklärung dafür, dass spirituelle Bootsfahrten eher wenig Anklang finden, weil es am Ende nichts zu essen gibt? … ach weißt du was, bis wir das im Einzelnen durchdiskutiert haben, freuen wir uns einfach auf den Seetangsalat und das Algenkompott, das Smutje Egon gerade für uns zubereitet! Und, ach ja … also wenn du das ernst gemeint hast … da wären eine Menge Kartoffen zu schälen, nur Algen ist ja auch zu fad!
      Willkommen an Bord, liebe Katja!

  4. Ja Micha, Du hast recht, ein bißchen Wind ist immer da, aber er weht dahin , wo er will. Wie schön, das vertrauensvoll anzunehmen.

  5. Du kommst was spät, liebe Rosi, aber warte mal … da ist doch noch Algenkompott übrig, willkommen an Bord! Hier scheinen sich ja ganz von selbst nette Leute zu versammeln. Am Ende sind alle im selben Boot, wer weiß .. also nur mal superperspektivisch.

    Herzlich, Michael

    1. Ich danke dir sehr, Susanne, und freue mich, dass du hier noch mit „an Bord“ gehst. Ja, auch Worte sind Formen, die wir nach deiner Kunst, dem Feng Shui, ordnen können: sie können uns in der materiellen Welt und deren dunkler Seite und scheinbarer Ausweglosigkeit gefangenhalten oder eine Hilfestellung sein, den Geist auf seine Wahl aufmerksam zu machen, die er immer hat: wie er nämlich die Dinge und ihren Zusammenklang bewerten will.
      In deinen Betrachtungen zum „Badezimmer“ leuchtet diese Wahlmöglichkeit durch die reine Ästhetik, die sie vermitteln, für mich deutlich hindurch. Sehr zu empfehlen. https://laimperialfeng.wordpress.com/2017/03/09/feng-shui-und-das-badezimmer-teil-2/ Besonders spannend fand ich deine Position zum scheinbar „Negativen“ des Badezimmers.
      Unser „Boot“ hat hier also quasi einen kleinen Abstecher in die Badewanne gemacht, was schön!

      herzlich,
      Michael

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