Rezension: „Lieben heißt die Angst verlieren“ von Gerald G. Jampolsky

Jerry Jampolsky hat mit diesem 1979 erstmals herausgegebenen kleinen Büchlein ein großes Buch geschrieben, und wer ihn in neuerer Zeit gemeinsam mit seiner Frau Diane Cirincione  bei einem ihrer Vorträge erlebt, sieht die Größe, die ich meine, zu voller Blüte gereift. Hier wird nicht über Liebe gesprochen, sondern Liebe praktiziert. „Love in action“ war der Lieblingsausdruck von Mutter Theresa, der Jerry in einer wichtigen Zeit seines Lebens begegnen und ihre Arbeit begleiten durfte und die ihn sehr geprägt hat, ebenso wie das spirituelle Werk „Ein Kurs in Wundern“ (Greuthof-Verlag), mit deren Verfassern (Helen Shucman und William Thetford) er befreundet war. „Lieben heißt die Angst verlieren“ ist Jerrys erster Versuch, dieses 1400 Seiten starke Werk auf seine Essenz herunterzubrechen und dessen Prinzipien, so wie er sie in sich wiedergefunden hat, in absoluter Kurzform darzustellen. Dabei war sein Anspruch, ohne die christliche Terminologie auszukommen, von welcher der Kurs in Wundern ausgeht, um sie von dort aus für uns in die allgemeine Sprache der Seele zu übersetzen. Jerry bedient sich einer einfachen Herzenssprache mit der Vision, für jedermann, unabhängig von dessen kulturellem Hintergrund und seiner Bereitschaft, ein komplexes spirituelles Denkgebäude zu durchdringen, den Einstieg in eine Korrektur seines Weltbildes zu finden, die vielleicht in dieser Aussage umschrieben werden kann: „Du kannst jederzeit wählen, ob du in Angst oder in Liebe auf dich und die Welt schauen willst“.

Diese Rezension ist für mich, der ich dem „Kurs in Wundern“ seit über zwanzig Jahren folge, eine Herausforderung in Demut: Ich lese diese „Kurzbeschreibung“ mit ihrer Darstellung des Zieles einer Neuorientierung, den von Jerry herausgearbeiteten Leitsätzen und seinen Auslegungen von 12 der 365 Lektionen des Kurs in Wundern, die hier nicht exemplarisch, sondern wie ein vollständiger Kurs präsentiert werden – und ich würde diese „Verkürzung“ ganz sicher ablehnen, wenn ich nur auf die Worte schauen würde, die ich lese. Ich weiß aus eigener Erfahrung, in wie vielen Facetten unser Ego seine schier uferlosen Möglichkeiten ausspielt, die Schlichtheit der Botschaft von einer „alternativen Sicht“ zu unterlaufen und habe die Hilfestellungen des „Kurs in Wundern“ in diesen „Verzweigungen der Täuschung“ zu schätzen gelernt.

Wenn da nicht … Jerry Jampolsky selbst zu spüren wäre zwischen diesen Worten. Als er 1975 mit dem Kurs in Wundern in Kontakt kam, war er bereits seit zwanzig Jahren tätiger Psychiater. Schon Wochen nach seinem Erstkontakt mit dem Wunderkurs gab er Kursseminare und 1979 schrieb er „Lieben heißt die Angst verlieren“. In vielen Beispielen aus seinem eigenen Leben, das stets der Hilfe für andere gewidmet war und immer noch ist, zeigt er in beeindruckender Weise, dass in ihm dieser „Kurs“ längst vorbereitet gewesen war, bevor er mit dem Buch in Kontakt kam. Er brauchte nur noch diesen „Kuss“, um die „Heilung des eigenen Geistes“ in der liebenden Hinwendung zu anderen sehen zu können.

Ich stehe also aus meiner Sicht vor diesem erstaunlichen Phänomen: ein Buch zu lesen, das mir als Darstellung des „Kurs in Wundern“ nicht ausreichen würde, wäre da nicht der Autor, der mit seinem Leben jetzt und auch damals schon für mich den Wunderkurs aufs Schönste vorlebt. Insbesondere sein liebevoller Einsatz für schwerst erkrankte Kinder spricht da Bände, die über einen Umfang von 1400 Seiten weit hinausgehen. Love in action.

Fünf Sterne, ohne jedes Zögern und aus großer Hochachtung für Jerry Jampolsky und seine Frau Diane Cirincione.

Liebe findet hinter den Worten statt.

*

2 Gedanken zu “Rezension: „Lieben heißt die Angst verlieren“ von Gerald G. Jampolsky

    1. Herzlichen Dank, lieber Heinz, das ist schon lange her, dass mich jemand benotet hat, und gleich so gut! 🙂
      Ja, aber du hast recht: die beiden Rezensionen hab‘ ich aus tiefer Verbundeheit mit Jerry und seiner Frau Diane geschrieben, die ich, obgleich ich sie schon lange „kenne“, jetzt erst richtig wahrgenommnen und gemerkt habe, wie nah sie mir sind.

      danke, mein Freund,

      Michael

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