SpiegellegeipS

Welchen Spiegel halt‘ ich vor mich hin,
Wer gibt mir Antwort auf die Frage,
Wer ich wahrlich bin?

Bin ich hässlich, allzu klein und gar zu dick?
Werd‘ ich Dir gefallen oder
Weist Du mich zurück?

Verstehst Du, was mit Worten ich Dir sage?
Gibt es wie so oft schon ein Desaster,
Wenn ich Nähe wage?

Wie empfängst Du mich in Deinem Kreis,
Der mir gefällt, von dessen Regeln ich jedoch
So gut wie gar nichts weiß?

Findest Du es attraktiv, wenn ich den Ton angebe?
Bestätigt mir Dein banges Lächeln,
Dass es gut ist, wie ich lebe?

Zeigt mir mein Spiegel Erfolg und Willenskraft,
Dass man als seines Glückes Schmied
Fast alles schafft?

Und glaub‘ ich diesem Bild?

Im andern Spiegel, federleicht und randlos ohne jene Schwere,
Der Geist von keinem Zweifel in den Staub gedrückt,
Seh‘ ich nur Leere …

… In der nach einer Zeit ohn‘ Ende und Beginn
Dein Antlitz mir erscheint, um schweigend mir zu sagen …
… Dass ich Deiner würdig bin.

Und aus dem Kerker des Gedankens, ich sei von Dir getrennt
Und uneins mit den Dingen um mich her,
Entkommt die Freude, die zur Wahrheit sich bekennt,
Und niemand fragt mehr, was ich sei
und wer.

*

9 Gedanken zu “SpiegellegeipS

    1. Manchmal scheint kein Unterschied zu sein zwischen dem Haften am Zauber des Zauberhaften und dem Wunder der Schönheit im Wunderschönen. Aber nur manchmal. Und einen wesentlichen Unterschied gibt es dann doch immer: der Zauber hält die Luft an, weil er weiß, dass er wieder vergeht, und das Wunder athmet ruhig weiter! Wenn man das so sagen kann 🙂
      Danke dir, Marion! 🙂

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