Wunderlich-wundervoll-wunderbar!

Ihr habt’s ja nicht anders gewollt! 🙂 Euer wenn auch im Wesentlichen stillschweigender Zuspruch hat mich dazu verleitet, hier eine weitere Leseprobe von „Ich hab‘ auf dich gewartet, Bruder“ zu posten. Es ist aber die letzte. VERSPROCHEN!! Das Buch ist jedenfalls im Druck und ich freu‘ mich drauf!

Gäbe es die Wunder der Heilung unserer Trennungs-Sicht und ihrer Folgen nicht, bliebe die Idee des Einsseins ein blasser, nicht tragfähiger Gedanke. Aber es gibt sie ja, diese Tropfen heilsamen Regens, die für einen Moment und für alle Zeit die Wüste einer materialistischen, seelenlosen Welt in das fruchtbare Land unserer Verbundenheit in Liebe verwandeln – oder hast du daran irgend einen Zweifel?

Falls du jetzt »Ja« sagst und vielleicht sogar »Allerdings mit Ausrufezeichen«, dann lade ich dich ein, mit mir in Betracht zu ziehen, dass unsere Zweifel an der Existenz wahrer – also von der Anwesenheit und korrigierenden Macht eines uns gemeinsamen Geeinten Geistes überzeugende – Wunder hierher rühren könnte:
Jeder von uns hat »seine Wunder« erlebt: Zufälle, zu denen man nicht mehr »Zufall« sagen konnte, ohne vor sich selbst unglaubhaft zu werden, Situationen, die gelangen, obwohl sie bereits definitiv gescheitert schienen, Synchronizitäten, die uns staunen ließen, das Empfinden eines »grundlosen« Friedens oder irgend eine andere Form des uns Ahnungslosen unverdient Zufallenden. Wir haben sie vielleicht genossen, bestaunt und einander in einer ersten Begeisterung erzählt, dann aber haben wir sie wieder eingeordnet in das Raster unserer Grundannahmen, das uns zu tragen scheint, in die Logik, die uns der Gedankenanlageberater Egon nicht müde wird als alleingültig zu empfehlen. Unsere Erlebnisse, zu denen wir vielleicht sogar einen Augenblick lang und meist eher halbherzig »Wunder« gesagt haben, sind meist schnell zu Anekdoten verblasst und schließlich ins Vergessen versunken. Oder wir haben versucht, krampfhaft an ihnen festzuhalten und sie in Wiederholungen wiederzufinden und haben sie dadurch als das, was sie sind, geleugnet: unwiederholbare, nicht festzuhaltende Boten der Ewigkeit und des Einsseins in Ihr.

Als tragfähig und heilsam, als Stärke und allen dienende Macht, von der Einsheit allen Lebens erzählend und auf unsere wahre Identität deutend erleben wir Wunder erst dann, wenn wir genau an demselben Punkt, an dem wir sie bislang für unmöglich gehalten haben, einen Augenblick stehenbleiben und sie aktiv einladen: Dort, wo mich die »Realität«, so wie ich sie erlebe, mit einem anderen, fremden Willen konfrontiert, gegen den ich mich denke, abgrenzen und verteidigen zu müssen, dort, wo ich ohnmächtig und hilflos werde, weil sich mein eigener Wille nicht mehr durchsetzen lässt. An diesem Ort, an dem sich mir die Notwendigkeit von Abgrenzung, Angriff und Abwehr, von Schuldzuweisung und Opfer scheinbar beweist und mir Angst nur verteilbar, nicht aber heilbar erscheint, an dem tiefsten Ort in meinem Geist, an dem ich bislang jedes erlebte Wunder der »Realität« geopfert habe, kann ich eine bewusste Entscheidung für die Alternative treffen. Diese bewusste Wahl, das Wunder einzuladen, setzt die Einsicht in das stets Unzureichende meines »eigenen Willens« voraus und die Bereitschaft, einen »höheren Willen« zu akzeptieren, der letztlich mein »wahrer Wille« ist. Sie bedeutet zu vergeben, nicht dir, sondern mir und meinem Urteil über dich. Wenn ich jetzt ein Wunder erlebe, bleibt es bei mir als heilendes Erleben und tragende Kraft.

 

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5 Gedanken zu “Wunderlich-wundervoll-wunderbar!

  1. Also ich hatte als Kind auf jeden Fall ein rettendes Schutzengelerlebnis und habe mir dies auch niemals von „Gedankenanlageberater Egon“ ausreden lassen.
    Ich wollte gerade eine schmale Straße überqueren, als jemand laut und deutlich zweimal meinen Namen rief. Ich blieb auf dem Bürgersteig stehen und schaute mich nach dem Rufer um. Es war absolut niemand zu sehen – und im nächsten Augenblick raste ein Auto um die Ecke, das mich sehr wahrscheinlich beim Überqueren dieser Straße erwischt hätte, wenn mich nicht jemand bei meinem Namen gerufen hätte und damit eine Zeitverzögerung verursacht hätte.
    Wunder geschehen, und das finde ich sehr beflügelnd auch in manchmal schattigen oder schweren Phasen.
    Herzensgruß von mir zu Dir 🙂

    1. Herzlichen Dank, liebe Ulrike, für diese Erinnerung. Brauchen wir vielleicht ein wenig Mut, auszusprechen, dass da irgend eine behütende, schützende Kraft um uns ist?
      Wundergrüße von mir zu dir!

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