Kontraindikation

Gestern ging ich so einher đŸš¶ und begegnete einem traurigen Menschen mit Strohhut đŸ‘©â€đŸŒŸ, der seinen Besitzer trotz zweifellos und offensichtlich materieller Leichtigkeit schwer niederzudrĂŒcken schien. Wir kennen einander flĂŒchtig (was fĂŒr ein Ausdruck!) und wir wechselten ein paar Worte. Es ging ums Impfen. Ach ja, das Thema geht ja derzeit immer, und zwar in die Irre – jedenfalls fast immer. Nach Corona und einem diesbezĂŒglichen Einvernehmen kam gleich die GĂŒrtelrose und die Grippe natĂŒrlich, und zur Komplettierung Masern. Ich sah im Geiste meinen Oberarm immer dicker werden und wunderte mich nicht mehr sonderlich, woher die BetrĂŒbnis des Herrn stammte. Man hatte den Eindruck, dass ihm die Impfnadel 💉irgendwie schmerzhaft in der Seele saß. Vielleicht zu viel Sicherheit, musste ich denken, die Freiheit geht ihm dabei verloren. Er sollte sich gegen irgendwas möglicherweise mal nicht impfen lassen.

Und als ich ging, merkte ich, wie sich die Schwere dieses traurigen Herrn auf mich ĂŒbertragen hatte, ein wenig. Das wollte ich nun unbedingt gleich wieder abschĂŒtteln und hob meinen Geist in die ihm eigene Leichtigkeit, in der das Thema sich entspannen konnte und alle Aspekte nebeneinander existieren durften, ohne sich bekriegen zu mĂŒssen. Irgendwo in der Mitte war da auch eine Art „richtig“, aber gleich mit der Botschaft: Ich bin höchst individuell und vor allem: momentan. Großes Aufathmen meinerseits. Ich muss da gar keine Lösung kennen, ich sollte aber meinem Geist womöglich die Leichtigkeit nicht nehmen. Die braucht er, um zu seinem momentanen „richtig“ zu finden.

Und dann war viel Luft da und ich schöpfte wieder aus reiner Quelle. Das Erhabenste an dieser Situation war aber, dass der „niedergedrĂŒckte Herr mit Hut“ nur noch als Bild in mir zu finden war, „ihn selbst“ hatte ich mitgenommen in diese Leichtigkeit – oder er mich, wer weiß. Und da war auch kein individuelles „richtig“ mehr in dieser Mitte, sondern nur noch der gemeinsame Athem des ruhigen Geistes. Da kam ich drauf, dass es das ist, wogegen wir uns auf keinen Fall impfen lassen sollten. Das wĂ€r doch zu schade. đŸŒ·đŸŒŒđŸ€“

 

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2 Gedanken zu “Kontraindikation

  1. Geliebter Bruder Michael, đŸŒ»
    ein wunderbarer Ausklang der Geschichte. Die auch anregend wirkt, mal ĂŒber den Gedanken ‚Kinderkrankheiten‘ nachzudenken, zumal du ja die Masern erwĂ€hnt hast. Seit der freie Geist weiß, dass er keinen Gesetzen, außer den Gesetzen Gottes untersteht, geht er wieder spielerischer mit all dem Gedöhns aus der Welt um. Wahrlich gibt es ja beinahe nichts, was man mit Sicherheit behaupten könnte. Schon allein das stimmt sehr heiter, findest du nicht auch?
    Freude und Segen
    Luxus

    1. Gute Idee, liebe Luxus, da bin ich ja jetzt schon gespannt, was dir zu den „Kinderkrankheiten“ einfallen wird. Manchmal kommt mir das Erwachsensein wie die eigentliche Kinderkrankheit vor. Sehr gefĂ€hrlich und nur selten heilbar. Vielleicht erfinden wir mal einen Impfstoff dagegen, wĂ€r doch was!
      Windpockenartige, also luftig vorbeifliegende GrĂŒĂŸe,
      Michael

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