Nur als Zweiter angekommen und doch gewonnen!

Ist dir schon mal aufgefallen, dass dein Körper immer hinterhergeht? Kaum zu merken normalerweise, weil wir uns ja so entschlossen mit dem Körper identifiziert haben und mit einem Denken, das ihn im Zentrums unseres Selbstgefühls sieht. Nur deswegen kann ich auf die äußerst schräge Idee kommen, dass „Ich“ durch die Tür gehe oder „Ich“ zum Einkaufen gehe. Lächerlich. „Ich“ geht immer nur hinterher.

Keine ganz zeitgeistkonforme Erkenntnis, wo sich doch grade das bisher noch gültige „Wo ich bin, ist vorn“ vervollkommnet zu „Wo ich bin, ist!“ .

Aber trotzdem wahr. Wenn „ich vorn bin“, dann gehe ich ja schließlich auch hinterher, und zwar meinem Glauben, dass das möglich sei. Zum Wegschmeißen komisch!
In Wirklichkeit gehe ich aber, egal, was ich glaube, immer der GEGENWÄRTIGKEIT hinterher. DIE ist immer schon da, bevor ich mir auch nur vornehme, dorthin zu gehen.

Das ist jetzt gar keine abstrakte Idee, sondern banale Alltagserfahrung. Selbst als Betrachter Anderer kann man das sehen, z.B. bei einem Basketballspieler, wenn er den Ball im Korb wie ablegt, ohne dass der den Metallring berührt – und das Ganze von der Mitellinie des Spielfelds aus. Da musste er reichlich für üben, klar, aber was man in diesem besonderen Moment sieht, ist die Tatsache, dass der Ball „schon drin ist“ , bevor er abgeworfen wurde. Man sagt das dann nur nicht so, da käme man in Erklärungsnöte – aber ist es nicht so? Sichtbar werdende Momente des EINSSEINS.

In „Zen oder die Kunst des Bogenschießens“ sind dann doch Worte gefunden worden für dieses Erleben im Bereich des Sports. Gibt es überall, die 200-kg-Hantel ist auch schon oben, bevor sie hochgestemmt wird und der Degen ist im Ziel, bevor ich mir die Finte ausdenke, den „Gegner“ zu täuschen, um einen Treffer zu erzielen.

Da liegt auch schon der Hase im Pfeffer: Sobald ich „Gegner“ auch nur denke, sehe ich DEN nicht mehr, DEM ich in Wahrheit und Wirklichkeit immer hinterhergehe. Dann hab ich IHN sozusagen verlassen und bin das „Ich“, das sich mit anderen irgendwie in Beziehung setzt im Glauben an die Getrenntheit von ihnen. Ganz normal, könnte man sagen.

„Die Zeit ist irgendwie stehengeblieben“, sagen Manche zu solchen besonderen Erlebnissen eines Einswerdungsgefühls, aus welchem Alltagsbereich auch immer, ob in der Liebe, in einem tief werdenden Kneipengespräch oder auf dem Zahnarztstuhl, als statt der befürchteten Qualen nur eine wohltuende, ganz unmittelbare Verbindung zum Arzt zu spüren war. Oder beim Betrachten einer Blume, einfach beim Spazierengehen – wir kennen das alle, nichts Besonderes, aber schau mal genau hin: War es dann nicht immer so, dass der Körper und all sein Denken hinter der GEGENWÄRTIGKEIT herging? Er war noch da, aber irgendwie in zweiter Reihe, oder?
Wenn die Zeit „stehenbleibt“, bleibt auch der Körper bei ihr als ihr treuester Begleiter, und beide lassen DEN vor, DER immer “ schon da“ ist.

Die LIEBE ist immer schon da, unser EINSSEIN bleibt immer wahr, was auch immer wir davon denken. Manchmal sehen wirs sogar mit Augen, manchmal erleben wirs als Wunder, oft können wir es in uns spüren als den „tiefen Frieden“ und die Stille der wahren Normalität. Immer können wir es einander geben als unser Vertrauen in den Bruder. Und lernen können wir, den Körper samt der ihm gehorchenden Gedanken immer öfter anzusehen als einen der GEGENWÄRTIGKEIT Hinterhergehenden.

 

❤️✌️🤓🌷

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