Aller Fragen Antwort

Entzückenderweise hat mich die bezaubernde Findesatz-Bloggerin Marion ( http://mbeyersreuber.wordpress.com ) zu zehn anderen Bloggern hinzugezählt, die sie gerne hin und wieder mit ihrer Anwesenheit erfreut. Wir sind also elf, die das gleiche Schicksal teilen, ebenso viele von ihr gestellte Fragen beantworten zu müssen/dürfen/können/wollen/sollen. Je nach Sichtweise, die frei wählbar ist. Ich entscheide mich hier für „dürfen“. Aber nur weil du es bist, Marion! Nun denn:

1. Was siehst du, wenn du nun aus dem Fenster schaust?
Es gibt einige Fotos von mir als Kind, wie ich sehnsüchtig, ein bisschen ängstlich aus dem Fenster schaue. Und jetzt? Jetzt schreib‘ ich Gedichte und Geschichten über diese Blicke aus dem Fenster, und sehe das Kind noch, aber auch dessen Weg bis hierher, zu diesem Fensterblick, zu dem du mich heute aufforderst, und sehe den großen Ahorn da stehen und seine Arme über den Balkon meiner Wohnung ausbreiten. Und bin dankbar.

2. Welche fünf Gegenstände befinden sich gerade in deiner Nähe?
Der Laptop, Tor zu den galaktischen Weiten des Internet, die unvermeidliche Kaffeetasse mit ihrer schönen Aura der Geborgenheit, ein paar unerledigte Papiere, ein kleines Wölkchen des Missmuts darüber, Noten eines Klavierstücks, das mein Freund Achim für mich komponiert hat, die Brille auf meiner Nase, deren Gläser mich nur scheinbar trennen von dem, was ich sehe.

3. Was ist in deiner Wohnung, wenn du nicht da bist?
Ordnung, WEIL ich nicht da bin!

4. Was hat dir heute schon Freude bereitet?
Deine Fragen natürlich,  und die neueste Rezension in Amazonien, die von einer mir gänzlich unbekannten Leserin verfasst wurde 😉

5. Welche drei Dinge kannst du gut?
Ich kann ein bisschen Klavierspielen, ich kann ein wenig mit Sprache umgehen und ich kann manchmal gut zuhören. Eigentlich sind das nicht drei Dinge, sondern nur eins. Ich bin also „The One-Trick-Pony“.

6. Was möchtest du noch lernen?
Die Chopin-Sonate Nr.2 auswendig.

7. Was war das verrückteste Kompliment, das du jemals bekommen hast?
Klare Sache: das war an dem Tag, als ich eine neue Wohnung bezogen hatte und zum ersten mal Besuch bekam von meiner mir inzwischen näher vertrauten Angetrauten. Ich war natürlich ein wenig nervös, hatte die Wohnung und mich selbst auf den technisch möglichen Bestzustand getrimmt und erwartete entsprechende Komplimente. Sie kommt rein, würdigt mich nur eines flüchtigen, nichtssagenden Blickes, geht durch die Wohnung, verzieht dabei keine Miene, tritt schließlich ans Fenster, schaut hinaus, ihr Blick wird hell und freundlich und sie sagt: „Tolle Fassaden, da drüben!“ Ich hab‘ sie trotzdem geheiratet!

8. Welchen Film hast du mehr als viermal gesehen?
„Is was, Doc?“ mit Barbara Streusalz. Nie mehr so gelacht!

9. Welche kulturelle Sache (Buch, Theater, Film etc.), hast du in letzter Zeit erlebt und kannst du weiter empfehlen?
Peter Hoeg: Der Plan von der Abschaffung des Dunkels. Unglaubliches Buch!

10. Du kannst einen Abend mit einer Person deiner Wahl verbringen (eine geschichtliche Person oder eine Person aus der Gegenwart), wen wählst du spontan?
Wenn ich all meinen Mut zusammenhätte, eindeutig: Jesus. Viel Dankbarkeit, viele Fragen.
Wenn ich weniger Mut hätte an dem entsprechenden Tag: Goethe. Den würde ich erst mal einlullen mit ein paar Zitaten aus seiner Feder und reichlich Rotwein, und dann würde ich ihm ein paar Gedichte von mir hinlegen und schnell abhauen.

11. Gefällt es dir, wenn die letzte Frage einfach ist?
Was, schon vorbei?

*

14 Gedanken zu “Aller Fragen Antwort

  1. Ach, lieber Michael, wie schön, deine wunderbaren Antworten hier zu lesen! Ich freue mich riesig. Und danke, ich weiß es zu schätzen!
    So zauberhafte Worte und Antworten, jede einzelne! Dankend und freuend grüße ich dich!

  2. Es kommt immer auch auf die Fragen an, meint Marga. Ich stimme ihr zu und ergänze: und auf die Fragerin! Ich hab‘ dir gern geantwortet, deine Offenherzigkeit steckt an.
    Danke für diese Gelegenheit, und danke für deinen wunderbaren Blog. Menschen begegnen einander überall. Aber wie, mit welcher Haltung? Das entscheiden wir jederzeit selbst.

    1. Lieber Michael, ich nehme deine Worte sehr erfreut auf und danke dir ganz herzlich und innig!
      Ich war ein paar Tage unterwegs und lese sie erst nun. Ich packe deine Silben vorsichtig ein und nehme sie mit, so schön sind sie. Danke!

  3. Danke für diese Schmunzelmacheinblicke. Die gutvertraute Angetraute hat einen feinherben Humor, wie mir scheint. Und der Fragenbeantworter auch. Läßt sich einfach so von ihm unbekannten Lesern rezensieren. Wo kommen wir denn da hin! Freundliche Nachmittagsgrüße, Ihre Frau knobloch, herzfein zugetan.

    1. Eine Präzisionseinschätzung, Verehrteste, „feinherb“, das war auch mein erster Eindruck damals, und was soll ich sagen: er hat sich inzwischen zur Gewissheit verdichtet!
      Und was den Fragebeantworter angeht, der kann ja schließlich nicht alle kennen, die gängige Allerweltsausdrücke wie „schmalschöntaschenanpassig“ oder „Pupillenöffnerey“ verwenden. Wo kommen wir denn da hin!
      Grüße quietschvergnügt zurück!

      1. Ja, es ist ein Grauen mit diesen ewigen gleichen Phrasen in den Kritiken. Könnte ja mal jemand so erfrischende Dinge schreiben, wie „Er bemühte sich…“, „…schreibt leicht verständlich…“ oder „…hat gründlich recherchiert…“. Das wären wenigstens mal Krachkladeradatschknaller! Kommt nur keiner drauf…
        Ebenso vergnügte Grüße zurück.

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