Geheilt

„Unheilbar“, haben sie gesagt,
Du senkst den Blick,
Hebst dann tapfer wieder Deine Lider,
Deine Augen, matt und traurig, eine einz’ge stumme Frage,
Wartest, wartest eine Ewigkeit, wartest, ob ich etwas …
… was ich sage.

Lange, endlos lange sag‘ ich nichts,
„Unheilbar“ will auch mich, will meine Sprache
Zum Verstummen bringen: Letztes Urteil,
Tut uns leid, akzeptier‘, was nicht zu ändern, sieh‘:
so ist es eben
Mit diesem gottverdammten, todgeweihten Leben.

Hat uns da etwas berührt? … Von wo und wie?
Unerwartet, kaum zu glauben,
An diesem Ort der ängstigenden Finsterkeit,
Bloß ein Hauch, ganz zart, ganz still: „Unheilbar“, flüstert’s, ist nur Sie, unzerstörbar ist die Liebe,
Was, wenn Ihr Euch täuschtet, und das Leben ewig bei Euch bliebe?

Aug‘ in Aug‘, so steh’n wir da,
Immer noch kein Wort gesprochen,
Doch geht ein Funkeln jetzt an aller Dunkelheit vorbei,
Als habe sich das letzte Urteil, das von Absolutheit sprach,
im Lichte selbst gebrochen.

*

2 Gedanken zu “Geheilt

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