Der Berg

Unansprechbar scheinst Du,
Übermächtige Gewalt,
All die Zeiten, die Du überdauert,
Jahrmillionen bist Du alt;

Schau‘ in einer dunklen Ehrfurcht zu Dir auf,
Vor Dir bin ich nur Zwerg,
Schnee krönt funkelnd Dir das Haupt,
Der Sonne bist Du näher als wir alle: Du, der Berg.

Als ich zögernd meine ersten Schritte setze,
Wie wär’s möglich, Dich zu überwinden?
Noch über Dich hinweg, an Dir vorbei?
Wie wär‘ der Weg ins Unverstellte je zu finden?,

Treibt mich allein die Ahnung, dass ich soll,
Was jenseits meiner Kraft zu liegen scheint,
Und weiß noch nicht einmal zu sagen,
Was mit dem „Unverstellten“ sei gemeint …

Auf halber Höhe, als die Sonne sinkt,
Errichte ich mein Zelt,
Das Abendlied der Dämmerung ist noch zu hör’n,
In tiefe Dunkelheit vergeht die Welt.

Da fließt des mächt’gen Berges Stille in die meine,
Und Freude wird zum Licht,
Ein Stein rollt, talwärts flüstert sich ein Bach,
Und gänzlich unverstellt für diesen Augenblick
ist meine Sicht.

*

8 Gedanken zu “Der Berg

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