Geheimniskrämerei

 

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Es ist ein höchst geheimnisvolles Mirakel: die Queen of Findesatz ( https://mbeyersreuber.wordpress.com/ ), die hochwertgeschätzte Marion, hat es nicht nur unlängst geschafft, mich – einen in dieser Hinsicht eher störrischen Esel – zur Beantwortung von Award-Fragen zu bewegen, diesmal scheint sie wieder erfolgreich zu werden mit dem Ansinnen, mir „sieben kleine Geheimnisse“ zu entlocken. Scheint! Sage ich und da schreib‘ ja schon los! Du hast wieder gewonnen, Marion, wie machst du das nur? Ist Zauberei im Spiel? Das bleibt wohl ein Rätsel! 🙂

Nr.1)  Es ist kein Geheimnis: Trotz einer veritablen und gesellschaftliche Hochachtung versprechenden Ausbildung verdiene ich die Kröten, die notwendig sind, um nicht als Dauercamper im Park unangenehm aufzufallen, seit vielen Jahren mit Taxifahren. Geheimnisvoll daran sind eher die Fragen und Assoziationen, die viele  Leute so haben, wenn sie wissen wollen, wie es dazu gekommen ist. Nicht von ungefähr bin ich zu einem leidenschaftlichen Philosophen geworden! Wir sollten wieder lernen, dass unsere reflexhaften Beurteilungsraster und Fragen aus unserem selbstkonstruierten Universum kommen. Und dann erst können wir etwas lernen, was zu üben – ich würde fast sagen: auszuüben – ich reichlich Gelegenheit habe. Zuhören. Man erfährt etwas vom immer letzten Endes wunderbaren Geheimnis des Anderen.
Geht das durch als Geheimnis Nr.1?

Nr.2)  Schwieriger wird es mit diesem dunklen Geheimnis: Ich krümle beim Keksessen!
Dies ist deshalb ein schwieriges Geheimnis, weil es sich dabei bis dato lediglich um eine Behauptung meiner lieben Frau handelt, eine Art These, die noch des endgültigen Beweises harrt! Ich selbst halte mich eher für einen Standardnormalkrümler, der sich in der statistischen Gauß-Normalverteilungskurve sowas von mittig vorfände, dass eigentlich schon von einem Nichtkrümler gesprochen werden müsste!
Die Tatsache, dass ich – und hier bekenne ich mich – nicht die präventive Saugtechnik beim Abbeißen anwende, was mir durchaus zum Vorwurf gemacht wird, zeigt m.E. nur mein Selbstvertrauen in die eigene Fähigkeit, auch ohne solche Anfängerbehelfe krümelfrei abzubeißen.
Die Wahrheit bleibt in dieser Sache bis auf weiteres ein Geheimnis!

Nr.3) Ich besitze seit zehn Jahren kein Fernsehgerät mehr. Wenn du bei deinem Gegenüber ein Kopfschütteln auslösen willst, sag‘ ihm, dass du keinen Fernseher besitzt. Das glaub‘ ich nicht. Echt? Wie geht das? Geht das? Überhaupt? Rätselhaft!
Geht supergut! Herrlich unbekloppte Abende. Wenn es wieder nur ARD und ZDF gibt mit den Original-Mainzelmännchen, Karlheinz Köpke die Nachrichten verliest und vor jeder Sendung stolz „in Farbe“ erscheint, steig‘ ich wieder ein!

Nr.4) Ich bin ein geradezu besessener Autobahnraststättenebenmaleinkäffchenzieher, welcher zwar nie schmeckt, aber tiefsitzende romantische Gefühle in mir befriedigt, sofern er beim Weiterfahren und nicht etwa auf der Raststätte getrunken wird.
Die jeweiligen Reaktionen meiner geliebten Frau, die bereits bei Geheimnis Nr.2 Erwähnung fand, möchte ich erst unter „Geheimnis Nr.8“ offenbaren, um den geneigten Leser bei der Beurteilung des Krümelgeheimnisses nicht unnötigerweise gegen mich einzunehmen.

Nr.5) Ich bin gerne albern. Aber das ist ja nun gar kein Geheimnis!

Nr.6) Wenn ich heute an meine Eltern zurückdenke – also da gab es natürlich auch Konflikte, als man ihrer Welt so langsam entwandert ist – wenn ich heute an sie denke, bemerke ich: da ist einfach nur noch hundert Prozent Zuneigung. Und ich meine damit nicht, dass da eine Verklärung eingetreten ist, eine rosarote Brille aufgesetzt wurde, ganz im Gegenteil, ganz wörtlich: da IST nur noch Zuneigung. Wo ist der andere Kram hin? Ich sag‘ mal: er ist im besten Sinn gestorben: du weißt, er war nie wirklich da.
Mannomann, das ist jetzt aber mein absolutes Lieblingsgeheimnis, das ich hier preisgebe, ich bitte, gut damit umzugehen! Was würde ich gerne jedem, der mit irgendwem in irgend einem Streit liegt, davon erzählen!

Nr.7) Moment mal …. …. nein … ich versuch’s noch mal ….  nein, sorry, Arm zu kurz, ich komm‘ nicht ran, Nr.7 ist zu tief, ein echt tiefes Geheimnis! Vielleicht beim nächsten Mal!

Tschüß, Ihr Lieben!

*

27 Gedanken zu “Geheimniskrämerei

  1. Das Kopfschütteln kenne ich und den nie richtig schmeckenden Raststättenkaffee muss ich auf Autofahrten auch immer haben …:-) Danke für die Leichtigkeit Deiner Geständnisse (die an Tiefe für mich nichts zu wünschen übrig lassen). Herzlichst. Melanie

    1. Es war mir ein kleiner Anlauf und dann ein großes Vergnügen. In der Raststättenkaffeesache eine weibliche Gleichgesinnte zu finden, macht mich geradezu glücklich. Ich werde im Bedarfsfall meine vertraute Angetraute, die in dem Wahn lebt, das käme nur bei Männern vor, mit diesem Faktum schonungslos konfrontieren!!
      Herzlichen Dank, Melanie,
      Michael

  2. Wie ich mich freue, dich zu lesen! Hab ganz lieben Dank! Ich habe mich gefreut, laut gelacht und war still berührt über deine wunderbaren Worte!
    Man munkelt es von den Dächern…in der Flensburger Bionade mischen sie gelegentlich Zaubertropfen… ob`s stimmt, ich weiß es nicht, einige Rätsel lieben es, Rätsel zu bleiben… Ich weiß jedoch, dass es wundervoll ist, dass der störrische Esel in dir im Stall geblieben ist, denn mit diesen Antworten verschenkst du viel!

    Geheimnis Nummer 1 geht ganz klar als Geheimnis durch. Neben dem Schriftsteller und Philosophen wohnt auch ein Taxifahrer in dir, der so schön beschreibt, wie kostbar das Zu- und Hinhören ist.
    Sag bitte deiner lieben Frau, dass ich sehr froh bin, dass du ein Kekskrümler bist oder zu sein scheinst. Jeder Krümel, der bei euch auf dem Boden oder Küchentisch landet, der lohnt sich, hätten wir sonst niemals diese so amüsanten Worte hier lesen können. Wenn die Nachbarn fragen, warum ich so lache, dann verweise ich auf dein Geheimnis Nummer 2!
    Kein Fernsehgerät finde ich gut! Macht dich und euch noch sympathischer.
    Und wenn du Geheimnis Nummer 5, deine Albernheit, beibehälst, dann spendiere ich dir als Dank gerne zig Autobahnraststättenkaffees, da wir an dieser schönen Eigenschaft teilhaben dürfen.
    Liebevolle Worte zu deinen Eltern, dieses Geheimnis trägt eine schöne Lebensweisheit in sich!
    Danke, Michael!

  3. Feine Geheimniskrämerey haben sie da betrieben und mich deucht, wir teilen sogar eines. Aber pssst, es bleibt doch eines…
    Schön, daß Marion Ihnen diese entlocken konnte und mit Vergnügen las ich auch Margas und Ihren Zauberaustausch.
    Einen schönen Sonntag Ihnen und Ihren Lieben, Frau Knobloch, albern zugetan.

    1. Sie krümeln auch? Dass Sie albern sein können, das glaubt Ihnen jedenfalls niemand!! Ihre staubtrockene Art, Ihre zwar etwas hölzerne, aber stets korrekte Sprache, Ihr Mangel an Phantasie, die Sie zu Recht einem analytischen Vernunftdenken geopfert haben, mit einem Wort: Ihr langweiliger Charakter spricht eindeutig dagegen. ( Wer sich von der Trefflichkeit meiner kleinen Persönlichkeitsstudie überzeugen will, bitte mal hier nachlesen: https://bittemito.wordpress.com/ )
      Und für alle, die auch nicht albern sein können oder wollen, zusätzlich ein 🙂 und ein 😉 !
      knochentrockene Grüße,
      Ihr Michael

      1. Ihre Knochentrockenheit ist smileyimposantisch und ich gestehe nun mein Geheimnis: Täte ich keksen, ich würde immens krümeln! So, nun ist’s offenbart und ich fege weiter den Trockenstaub vom Gehölzregal…
        Gelbgesichtzwinkergrüße, Ihre Käthe.

        1. Mögen günstige Winde Ihre Bemühungen unterstützen ( geöffnete Fenster vorausgesetzt) und die Vorfreude auf die neuen staubfreien Regale Ihrer Motivation Flügel verleihen! ( jetzt versteh‘ ich das erst mit dem Gelbgesicht, Mann, bin ich langsam!), also: gelbzwinkerzwinker!

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