Entscheidung

Als die Dunkelheit mich schier umschloss,
Das Meer war noch zu hör’n, sein leises Rauschen,
Und alles um mich her war vager Schatten bloß,
Da blieb ich steh’n, um mir ein Licht
durch all das Dunkel zu erlauschen.

Erst wollten Angstgestalten sprechen,
Dass hier der Grund nicht sicher, der Sand,
er gebe keinen Halt,
Und alles nur ins Finst’re drohe einzubrechen,
Des Meeres sanftes Rauschen:
Bote seiner übermächtigen Gewalt.

Doch aus den Bildern wurden Fragen,
Jetzt war’s, als spräch‘ gemeinsam alles Dunkel dieser Welt:
Du solltest Angst als Antwort hinzugeben wagen,
An das Vertrau’n, das selbst die tiefste Dunkelheit
im Lichte hält.

Und aller Finsternis Gestalten,
Gebor’n aus Sorge, Schmerz und Kummer, wurden still,
Von ihrer eig’nen Kraft, die nur verdeckt, so treu gehalten,
War’n sie nun mir die Frage, der mein Innerstes
die Antwort gab: Ich will!

*

12 Gedanken zu “Entscheidung

    1. Aber wir müssen trotzdem hier durchstapfen, durch die Welt, nicht wahr? Und dabei ist die Lust ja doch ein ganz netter Gefährte. Z.B. die Lust aufs Bloggen. Oder aufs Achimdemnächstmalwiedertreffen. Oder .. jetzt fällt mir grad nichts weiter ein … 🙂
      Trotzdem natürlich ja: Die Einwilligung in eine umfassende, gegenteilslose, ausnahmslose Liebe ist gemeint.

      Herzliche Grüße aus HH

      Michael

      1. Na, ja; einst sagtest Du, die Lust sei der Zuckerguss über der Angst. 😉 Sie ist somit ein Pol der Dualität; LIEBE hingegen ist gegenteilslos, wie Du sagst. Und das meinte auch der Mensch, auf den mein Citat zurückverweist. 🙂

        1. „Zuckerguss über der Angst“, das habe ich gesagt? Nicht schlecht! Ich meine nur: Wir sind unter-wegs. Die gegenteilslose Liebe ist eine Perspektive, ein Leitstern. Ich gehe drauf zu, so würde ich das für mich sagen, und zwar MIT dem Zuckerguss, der aber nicht mehr die Antwort für mich ist, sondern die Frage, wie jeder andere Aspekt meines Erlebens in dieser Welt.

      2. Die Lust als Zuckerguss über der Angst… Ich staune minutenlang über diesen Schlichtimmensrichtigsatz. Die Lust als Belohnung, Anreiz oder einfach Grund für die Überwindung seiner Ängste? Ich möchte jajajahen, fürchte dennoch vorschnelles Eigengeflechtdenken. Und dann der nächste Umhausatz: „Die gegenteilslose Liebe ist eine Perspektive, ein Leitstern.“ Und wieder jajajahe ich still vor mich hin. Aber jetzt doch klickerdiklackend. Danke für diese Worte. Herzlichst, Ihre Frau Knobloch.

        1. … vielleicht auch: ein Besänftiger, ein Helfer, ein Tausendundeinenachterzähler, der uns hinwegtröstet über die Quelle aller Angst, so wie ich sie sehe: das Gefühl, dass es möglich ist, aus der Liebe herauszufallen, unser scheinbares „Wissen“ also, dass sie ein Gegenteil haben muss. Das glauben wir nun mal alle. Zunächst. Aber eben nicht nur, da funkelt auch der Bernstein in uns, und der ist, meine ich, mit „Lust“ nicht mehr zu beschreiben ….

      3. Ihre Worte, auch die noch angefügten, beglitten mich durch mein geschäftiges Wochenende. Die Hände taten dies, der Kopf dachte das und doch in Liebe und Lust zu dem was ich tat und dachte vereint. Wie könnte es dafür ein Gegenteil geben? Was ich nicht aus Lust und Liebe tue, wie könnte ich es denn dann überhaupt tun. Dann war ich beim Abschöpfen stinkenden Blattwerkes aus meinen diversen Vogeltränken angelangt. Ekliges Tun und doch von ganzem Herzen dabei, denn das Rotkehlchen beäugte mich erwartungsfroh, wie mir schien. Gut, das hat jetzt michts mit Angst zu tun, rumorte aber in meinem Kopfe und passt zum Thema, wie ich finde. Und der Bernstein schließt den Kreis zu meinem Kindsmuteintrag. Ich glaube, den habe ich mir echt bewahrt, tief innendrinnen.
        Pardöngsche für das Kommentargetöse, aber Sie und Ihre Texte sind bonfortionöse Anschieber für mein Gedankenkarussell, kwasi immer Mitreisender. Nicht gesucht, aber gefunden. Fetzt!
        Herzlichst, Ihre Frau Knobloch.

        1. Und wie gerne ich mitreise, mit Ihnen, dem Rotkehlchen und allem, was uns erwartungsfroh beäugt, und ist das nicht Alles? Was erwarten wir denn voneinander? Da gibt’s nur eine Antwort. Und die jetzt ausweiten, auch auf Stinkendes, Schmerzliches, Entgleistes, Krankes. Angriff als Bitte lernen zu sehen. Das ist der Weg des wahrhaft Reisenden. Pardöngsche für diese neuerliche Einlassung, aber ihr Getöse ist bonfortionös-geschwisterliche Musik in meinen Ohren!
          Herzlichst, Ihr Michael

          1. Gleich nach Absenden des Kommentares schalt ich mich selbst töricht und zwar in Gedanken bei Marga, die mich schon oft feinstrügte wegen meiner Pardöngscherey. Was gibt es denn besseres beim Bloggen, als aneinander zu lernen, wachsen gar und sich dies auch mitzuteilen?! Sie, lieber Michael verstehen zwischen den Zeilen zu lesen und behutsam die Richtung zu weisen. Danke auch dafür, in Zuneigung, Ihre Käthe.

  1. Ein Licht zu erlauschen, eine wunderschöne Zeile, lieber Michael.
    Und so viele kostbare Zeilen in deinem Text. „An das Vertrau’n, das selbst die tiefste Dunkelheit im Lichte hält“.

    Und dann lese ich die Kommentare und stelle fest, dass die guten Zeilen weitergehen. Schön, euerm Dialog zu lauschen, ihr beiden!

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