Autor: Michael

Schmerz

Gestern standen wir alle wieder vor der Tatsache, dass wir dem Schmerz nicht entkommen, selbst wenn unser „eigenes“ Leben glatt zu laufen scheint. Der Brand in dem Londoner Hochhaus und der kleine Ausschnitt der vielen Tragödien, von denen wir „aus sicherer Distanz“ erfahren haben, hat wohl nur die wenigsten kalt gelassen.

Gestern kam ich auch mit der Lektüre von Marianne Williamsons Buch „Du bist stärker als dein Schmerz“ zu Ende und habe eine kleine Buchbesprechung darüber geschrieben. Auch ihr ist ein abgrundtiefer Respekt vor der Unausweichlichkeit des Leides anzumerken, den ich so noch in keinem ihrer Bücher empfunden habe. Dem JA zu GOTT geht das JA zu unserem Leid und unserer Traurigkeit voraus, die erst durch unser Gebet zur Tür werden für die LIEBE, die alle Tränen trocknet.

Mögen wir mit allen, die jetzt gerade in England glauben, endgültig und unrettbar im Leid zu versinken, immer wieder zu dieser Tür finden.

*
http://luftzumathmen.weebly.com/forum.html#/20170615/marianne-williamson-du-bist-starker-als-dein–5432616/

Mein Bruder

Kaum gegeben hast Du Dein Wort schon gebrochen,
Meinen Verstand verstört und verwirrt;
Wahres geleugnet, was als ausgemacht galt, ignoriert.
Nur scheinbar zu mir an mir vorbei gesprochen.

Schon so lange bist Du mein bitterster Feind,
Tausend Gräben, Verbindung zerriss,
Angst und Zorn, was einmal Liebe und Vertrauen hieß.
Und meine Tränen trocknen ungeweint.

Und jetzt … hab‘ ich in einem Augenblick geseh’n:
Du bist geliebt;
Und von der selben Macht, die mich umfängt
und diese Liebe gibt.

Da werd‘ ich still …
… und muss nichts weiter mehr versteh’n.

*

Rezension – Marianne Williamson: „Ein Kurs im Abnehmen“

„Köstlich!!“, möchte ich ausrufen, „was für ein literarischer Leckerbissen, mit dem mir Marianne Williamson appetitlich ihren ganz speziellen Diät-Vorschlag präsentieren und mir damit zunächst einmal schmackhaft machen will, den ungeheuerlichen Versuch zu wagen, einen Schritt von meinem Kühlschrank zurückzutreten, den ich gerade wieder einmal des Nachts nach all den Manifestationen des verheißenen Glücks durchforschen will, die meine Träume mir empfohlen haben, genau hier zu suchen.

Der Sinn dieser rüden Unterbrechung eines liebgewordenen Vorgangs sei darin zu finden, so entnehme ich den ersten Lektionen dieses ungewöhnlichen „Kurses“, überhaupt erst einmal in eine Minimaldistanz zu meinem Hort des Wohlbefindens zu kommen, die genug Platz ließe für die in mir hungernde und schon reichlich ausgezehrte weil unbeantwortete Frage, was ich mir denn eigentlich mit meinem stets von Entgleisung bedrohten Essverhalten sagen will – um mich damit schließlich in die Lage zu versetzen, über den Tellerrand meiner vermeintlichen Bedürfnisse schauen zu lernen.

Im ersten Versuch, dieser Anleitung Folge zu leisten, lande ich zielsicher im reinen Missvergnügen angesichts der katastrophal groß gewordenen Entfernung zwischen mir und meinen kulinarischen Schätzen, und ich empfinde eben jene Unausgefülltheit und Leere, die mir – von meinem knurrenden Magen akustisch untermalt – von der Unerreichbarkeit des Glücks ein Liedchen singen will.

Aber da steht Marianne – die ich hier wegen der innigen Beziehung, die sie mit dieser womöglich gefährlichen Schrift zu mir aufgenommen hat, wohl so nennen darf – bereits lachend hinter mir, reicht mir zur Beruhigung ein Erdbeerschnittchen (ohne Sahne diesmal, irgendwo muss man ja anfangen!) und erklärt mir die Lage:

Behutsam, mit solidarischem Verständnis, funkelnd-vitaler Intelligenz und einem Sprachvermögen, mit dem sie sich neben jedem Literaten sehen lassen kann,  mit viel Humor und Seelentiefe sagt sie mir dennoch recht unverblümt – als sei es das Selbstverständlichste von der Welt – dass ich schlicht und ergreifend … von Sinnen bin! Wie wir alle – lese ich zum Glück gleich mit – die wir süchtig sind nicht nur nach Essen, Drogen, Sex und Geld, sondern auch nach Arbeit, Gesundheit, Sport und dem Smartphone, nach Ideologien und Theorien, unseren Vorstellungen von gut und schlecht, richtig und falsch und all dem, was wir glauben geistig oder materiell haben zu müssen, um unser Glück in dieser Welt verankern zu können.

Durch einundzwanzig Lektionen begleitet mich diese begnadete Seelenkundige, die in keinem Moment in die Arroganz einer Besserwissenden abgleitet, sondern immer als eine Schicksalsschwester an meiner Seite bleibt, und führt mich mit Hilfe von Übungen, kleinen Ritualen und wunderbar leicht zu lesenden Erläuterungen in die Nähe der Gefriertruhe meiner Seele, wo all die Gedanken auf Eis liegen, von denen ich bis dato sicher war, dass sie – ließe ich sie auftauen – von der Aussichtslosigkeit dessen sprechen würden, was hier angestrebt wird: all meine schreienden Bedürfnisse nämlich, die ich letztlich immer erfolglos versuche, mit speziellen Strategien zu befriedigen, wieder im Licht meines einzig wahren BEDÜRFNISSES sehen zu können.

Gemeinsam mit meiner mich ermutigenden Gefährtin auf Zeit lege ich all meine Gedanken, die um Verletzungen, Kränkungen, Ohnmacht, Angst und Schuld kreisen, in die wärmende Mitte unserer Begegnung und während sie nach und nach vom Eise befreit wieder zum Leben und in ihr Recht kommen, ausgedrückt zu werden und erzählen zu dürfen von all dem Erlebten meiner Vergangenheit, dämmert mir allmählich, was dieses EINE BEDÜRFNIS IST: eben jene Vergangenheit loszulassen und das, wonach ich suche, in der GEGENWART wiederzuerkennen als DIE LIEBE, DIE ICH BIN.

Jede der einundzwanzig Lektionen wird von einem Gebet ausgeleitet, das den Blick frei geben soll auf den größeren Zusammenhang unseres Lebens, den wir vergessen haben und auf das LICHT, IN DEM wir schon immer als geliebte Wesen wahrgenommen SIND.
Man muss ganz sicher nicht an „Gott“ glauben oder einen „Heiligen Geist“, wenn man diesen Gang zurück in die GEGENWART zusammen mit Marianne Williamson antreten will, um dabei all die Gewichte, die man sich aufgebürdet hat, um sich NICHT mehr zu erinnern, zu verlieren und in die Leichtigkeit eines von Freude und Zuversicht erfüllten Lebens zu kommen.

Aber eine gewisse Bereitschaft, das Wunder einer Korrektur anzunehmen, die nicht „von dieser Welt“ ist, sollte mitgebracht werden, wenn man sich nicht mit einer reinen Verhaltensänderung begnügen will. In diesem „Kurs im Abnehmen“ geht es am Ende um eine totale Kehrtwendung unseres Denkens darüber, was wir sind und warum wir hier in dieser Welt sind. Und es geht um Wunder.

Marianne Williamson ist seit vielen Jahren eine der warmherzigsten und verständigsten Vermittlerinnen des „Kurs in Wundern“ (Greuthof-Verlag), die dessen Botschaft von unser aller Verbundenheit in der göttlichen LIEBE in jede Zelle ihres Seins aufgenommen hat. Man muss auch dieses sehr umfangreiche spirituelle Lehrwerk nicht kennen, um der Autorin folgen zu können, die ihre Seelentiefe schon dadurch beweist, dass sie sich einer „Erlebnissprache“ bedient, die spirituelle Terminologie nur am Rande und vollkommen unaufdringlich mitführt. Jeder kann da sofort mitreden und sollte es auch tun, denn es ist das eigene Erleben, um das es einzig geht.

In den letzten beiden Kapiteln ihres wunderbaren Buches über das „Abnehmen“ – und hier hat sich bereits das Verständnis, WAS da in der Tiefe eigentlich „ab-genommen“ werden soll, vollständig verändert – wird noch einmal sehr deutlich, dass es hier nicht primär um ein gesünderes, besseres Verhalten in einer ganz speziellen Ecke des täglichen Lebens geht, sondern um ein radikales Kenennlernen seiner SELBST, das alle Veränderungen hin zu einem liebevolleren und in diesem Sinne gesünderen Leben mit sich bringt – als das Wunder, das wir letztlich alle SIND.

Jetzt erinnere ich mich auch wieder, dass ich das Buch eigentlich gar nicht gekauft habe, um abzunehmen, sondern weil ich meine alte Liebe zu der Autorin wieder aufleben lassen wollte. Ihr erstes Buch mit dem sprechenden Titel „Rückkehr zur Liebe“ hatte ich vor über zwanzig Jahren gelesen, kurz, nachdem ich mit dem Studium des „Kurs in Wundern“ begonnen hatte, und es war damals schon von der selben hellen, lebensfrohen Energie erfüllt gewesen wie das hier jetzt besprochene. Nichtsdestoweniger habe ich – ungelogen und von meiner Waage amtlich bestätigt – während dieser drei Wochen engagierter Lektüre zweieinhalb höchst überflüssige Kilos meines fehlerhaft materialisierten Glücks verloren und ebenso viel helle Energie dazugewonnen.
Komm an mein Herz, Marianne, du Wunderbare, und lass‘ dir danken für deine Begleitung!

Michael Feuser

*

„Zu urteilen und Schuld zuzuweisen sind die gewichtigsten Gedanken überhaupt, da es ihnen an Liebe mangelt. Sie sind Produkte des Angst-Geistes und stellen die dichteste Energie im Universum dar – die Wahrnehmung, dass jemand schuldig ist. Zu lernen, wie man sich und anderen vergibt, ist das größte Geschenk, das Sie sich auf dem Weg zu einem bewussten Gewichtsverlust machen können.“

„Ein Wunder bedeutet eine Veränderung der Wahrnehmung, die nicht mehr von der Angst, sondern von der Liebe beherrscht wird.“

„Die Arbeit dieses Kurses hat zum großen Teil darin bestanden, herauszufinden, wovor Sie genau Angst hatten.“

„Sie sind bereit, die dichte Energie der falschen Sicherheit loszulassen und endlich die lichterfüllte Energie der Leere zu umarmen. Denn die Leere verängstigt Sie nicht mehr; Sie begreifen jetzt, dass die Leere mit Liebe gefüllt ist. Die Leere ist der Ort, an dem Sie sich selbst finden werden – der Ort, an dem Sie eins mit dem Ich werden, das Sie wirklich sind. Und das ist Ihr Wunder: nicht, dass Sie Nein zum Essen sagen, sondern dass Sie Ja zu Ihrem Herzenswunsch sagen. Und dass Sie, indem Sie Ja zu ihrem Herzenswunsch sagen, Ja zu ihrem möglichen Ich sagen.“

*

Marianne Williamson: „Ein Kurs im Abnehmen“ (Goldmann-Verlag)

Manchester

Heute Morgen das Foto dieses kleinen Mädchens. Ein bisschen schüchtern, aber vertrauensvoll schaut sie mich an. Mich? Ja, mich.

Kaum auszuhalten, ich kenne ihr Schicksal schon, das sie in dem Moment, als die Aufnahme entstanden ist, für eine Fortsetzung dessen gehalten haben muss, was sie bisher erlebt hat: eine immerwährende Entfaltung neuer Möglichkeiten, viel Liebe, ein paar kleinere Schmerzen dazwischen, kaum störend, die Masern neulich …. kaum beschattet noch ihr junges Leben.

Ich muss wegschauen, als … als würde ich mich an ihr schuldig machen, wenn ich sie mit meinem „Wissen“ anschaue von dem, was gestern geschehen ist.

Was weiß ich denn? Dass sie von der Bombe zerrissen worden ist? Dass sie ihr Leben verloren hat? Dass alle, die sie mit Liebe umgeben haben, in ein Maximum der Ohnmacht katapultiert worden sind?

Was weiß ich denn?

Kann ich sie nochmal anschauen, anders?

Ohne meine Gedanken von Zerrissenheit, Verlust und Ohnmacht, ohne MEINEN Schatten auf sie zu werfen?

Zum Glück, mein Kind, ich weiß es nicht!
Ich weiß nicht, was das Leben ist, nicht in seiner ganzen Wahrheit, die erfasse ich nicht, nicht im geringsten. Was ich aber weiß ist, dass ich nicht glauben kann, die LIEBE könne zerrissen werden und das Leben wirklich verlorengehen. Das ist so nicht in mir, dazu sagt nichts „Ja“ in mir außer den Gedanken, die sich an der Oberfläche der Ereignisse festklammern wollen, um nicht ins Bodenlose abzustürzen. Außer meiner Angst. Die sagt „Ja, du siehst es doch. Hier ist Schluss! Finde dich ab!“

Nein, das ist nicht wirklich in mir. Das stimmt so nicht. Aber ich weiß nicht wie.
Bete für mich, kleines Kind, dort, wo du jetzt bist, dass ich es erfahre und alle, die in Liebe auf dich geschaut haben und jetzt den Tod dieser Liebe fürchten.

Ich schau‘ Dich an, kleines Kind, mit dieser Bitte, und sie ist wahrhaft da, in meinem Innersten.

 

*