Autor: Michael

Unbezahlbar

Macht Geld froh? Hält es uns eher davon ab, wahre Freude zu erleben, oder spielt es am Ende gar keine Rolle, sind die Piepen piepegal, wenn es um Freude, Glück und inneren Frieden geht?

Er ist einer der reichsten Männer der Stadt, und sie eine äußerst erfolgreiche Maklerin. An diesem Morgen begegnen sie sich auf wahrhaft ungewöhnliche Art und Weise, und sie kommen sich dabei sehr nah. Aus diese Nähe erwächst ihnen beiden Freude und Glück, obwohl es zunächst nicht danach aussieht: Urplötzlich befinden sich beide in einer Situation, in der alles Geld der Welt zur Wirkungslosigkeit verpufft und nur das nackte Leben noch da ist und die Frage, was es hält, birgt, sichert, stützt und nährt, was ihm Grenzen setzt und worin wir Sicherheit erleben, oder um es so zu sagen: was es eigentlich ist, das unser Vertrauen in dieses Leben rechtfertigt.

Er fährt mit seinem Ferrari auf einer Vorfahrtstraße durch ein Wohngebiet und drosselt dennoch vor einer Kreuzung deutlich das Tempo, weil Baufahrzeuge seine Sicht behindern. Ganz langsam fährt er in die Kreuzung ein und da ist es schon passiert: Sie prallt mit ihrem Fahrrad gegen den Kotflügel seines Wagens, fliegt über die Motorhaube und schlägt auf der anderen Seite mit dem Kopf auf den Asphalt.
Er sieht, noch im Wagen sitzend, die schnell größer werdende Blutlache um ihren Kopf und steigt sofort aus. Er hat nur einen Gedanken: Helfen! Ich muss helfen!!

Während die beiden Zeugen – der Fahrer des Wagens, der unmittelbar hinter ihm hergefahren ist, und der später behauptet, er sei zu schnell gefahren, und ein Fußgänger, der vom Gehweg aus alles genau beobachtet hat –, nachdem sie die Polizei gerufen haben, nur noch in sicherer Distanz herumstehen und sich auf ihre bevorstehende Rolle als Zeugen vorbereiten, kniet er sich zu der Verletzten hinunter und versucht, zu erfassen, was zu tun sei. Ein einziger Blick auf die beiden Zeugen hat ihm gezeigt, dass von ihnen keine sinnvolle Hilfe kommen werde, er hat den Eindruck, sie finden es korrekt, dass der, der den Schaden angerichtet hat, sich jetzt auch kümmert. Er weiß, die Situation braucht Ruhe und Klarheit, und er erlaubt sich keinen Ärger. Er ist ohne Angst, und kein Gedanke von Schuld oder Nichtschuld kommt ihm zu diesem Zeitpunkt in den Sinn. Da ist nur die Frage: was kann ich tun?

Er kontrolliert den Kreislauf der Verletzten, die ohnmächtig geworden ist: das Herz schlägt und sie atmet! Weil er es für möglich hält, dass ihre Halswirbelsäule Schaden genommen hat, verzichtet er auf eine Umlagerung und stabilisiert ihren Kopf mit seiner Jacke. Dann drückt er, so gut er kann, das blutende Gefäß ihrer Kopfwunde ab. Sie wacht auf und spricht mit ihm. Er versucht, ganz ruhig zu sein und seine Ruhe auf sie zu übertragen. Jetzt. Jetzt sind sie sich nah. Jetzt ist da das größtmögliche Glück einer Begegnung: unmittelbare Nähe.

Alles wird gut. Der zweite Zeuge wird vor der Polizei ärgerlich über die Aussage des Autofahrers, der behauptet, er sei zu schnell gefahren. Er stellt die Situation richtig und ist dabei sehr genau, so dass der erste Zeuge schließlich zurückrudert, man ist sich einig: Er sei sehr behutsam und aufmerksam in die Kreuzung eingefahren und ohne Chance gewesen, den Unfall zu verhindern, der Wagen habe auch ohne jeden Bremsweg sofort gestanden.

Der Richter wird das später genau so sehen und die auch vom Notarzt attestierte vorbildliche Hilfeleistung hervorheben. Es wird ihm keine Teilschuld zugesprochen.

Wenige Tage nach dem Unfall besucht er sie im Krankenhaus. Diese Nähe – sie ist immer noch da, und wie selbstverständlich fällt zwischen ihnen kein einziges Wort des Vorwurfs.
Sie übersteht ihre Verletzungen ohne bleibende Schäden.

Beide kehren wieder in ihre Welt zurück, in die Welt des großen Geldes. Er bekommt von ihrer Versicherung 10000 Euro ausbezahlt, sie macht auf seinen Tipp hin ein wahres Schnäppchen, indem sie in letzter Sekunde den Kaufvertrag für ein Haus, das sie für sich und ihren Mann erwerben wollte, annulliert und sich das viel bessere und vergleichsweise spottbillige Objekt kauft – für knappe 10 Mio Euro.

In ihrer Welt zeigt sich der wahre Reichtum sogar am Geld. Obwohl es vermutlich nichts Unwahrscheinlicheres gibt als ein solches Zusammentreffen. Grenzenloser Reichtum kann eben nicht einmal seine oberflächlichste Imitation ausschließen, so absolut unbestechlich verteilt es sich unter uns.

 

      *

Seelenwund

Was Leben hatte, Sinn:
Als sei es nie gewesen;
Erkrankend daran fragend, wer ich bin,
Und doch genesen

Von diesem Tanz
Um Angst und Groll,
Um Ignoranz
Und was ich glauben soll,

Sah ich des selben Messers Stich,
Der Dich unheilbar kränkte,
Und sehe Dich!
Und was des Lebens Sinn uns unverletzlich schenkte.

*

 

Einklang

Ich kenne eine Frau, die bei ihrer Arbeit mit Kindern – sie ist Grundschullehrerin – ein einfaches Mittel anwendet, um Ruhe herzustellen: Auf ihrem Pult steht ein kleiner Gong, den sie nur einmal leicht anschlägt, wenn es ihr zu laut wird, und sofort sind die Kinder still und richten ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Unterricht aus. Das hält nicht immer lange an, aber es funktioniert zuverlässig als Unterbrechung jeder Form von Unruhe.

Sicherlich ist das allein schon bemerkenswert. Das eigentlich Interessante für mich aber ist, dass jeder Versuch der Kolleginnen besagter Lehrerin, sich ebenfalls auf diese Weise ins Paradies ruhiger Klassenzimmer zu gongen, kläglich scheiterte. Nicht, dass die Kinder diese Versuche aktiv boykottiert hätten, sie reagierten einfach nicht, fühlten sich nicht angesprochen, es kam nicht an bei ihnen, hatte nichts mit ihnen zu tun.
Die Kolleginnen mussten wieder auf ihre eigenen Strategien zurückgreifen, der Gong blieb nur bei dieser einen Lehrerin erfolgreich.

An der selben Schule trat einmal ein Marionettenspieler auf, der nach der Vorstellung in kleiner Runde von einem ähnlich einfachen, noch subtileren Mittel berichtete, das er anwendete, damit sich bei seinem Publikum die nötige Aufmerksamkeit einstelle.

Keiner seiner Versuche, vor dem Beginn der Aufführung wortreich zu erklären, dass für den Puppenspieler ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit im Raum wichtig sei, die er spüre und in der er seine Poesie erst entfalten könne, hätten geholfen. Bis er eines Tages in sich gegangen sei und sich gefragt habe, wie er selbst denn sein Publikum wahrnehme. Ehrlich berichtete er, wie zunächst  Vorurteile, konkrete ärgerliche Erinnerungen und vor allem die stets lauernde Angst, mit seiner Kunst missachtet zu werden, seine Wahrnehmung bestimmt hätten. Aber neben oder hinter all dem sei etwas Positives aufgetaucht, das er immer auch empfinde: Dankbarkeit. Dankbarkeit schlicht dafür, dass die Leute zu ihm kamen, um sein Spiel anzusehen.
Da habe er beschlossen, zukünftig keine Ansprachen mehr zu halten und Erklärungen abzugeben, sondern sich lediglich vor jeder Aufführung an diese Dankbarkeit zu erinnern.

Wenn er beginnen wolle, verneige er sich, ganz im Stillen, nur für sich, vor seinem Publikum und danke ihm. Die Aufmerksamkeit stelle sich sofort ein. „Man muss die Dankbarkeit aber wirklich in sich finden, sonst funktioniert es nicht“, gab er seinen staunenden Zuhörern noch mit, die ja zuvor erlebt hatten, wie sie sich selbst ab einem gewissen Punkt auf seine Vorführung konzentriert hatten.

Ich erinnere mich an diese Geschichten, weil ich nach Beispielen suche, die mir helfen könnten, einzuordnen, was mir heute geschehen ist. Unvorbereitet bin ich einer Frau begegnet, die an Morbus Alzheimer erkrankt ist. Sie ist in Begleitung ihres Sohnes gewesen, der nicht gezögert hat, ganz offen über ihre Krankheit zu sprechen, um mir, dem Unbekannten, die Irritation zu ersparen. Und da gab es einen Moment in dieser Begegnung, über den ich seitdem nachdenke.

Dr. Ihaleakala Hew Len ist mir noch eingefallen, den ich freilich nur vom Hörensagen kenne – und doch hat mich sehr tief angesprochen, was über ihn berichtet wird. Dr. Len ist ein hawaiianischer Therapeut, kommt aus der Tradition des auf Hawaii als Heilmethode zur Aussöhnung und Vergebung angewandten „Ho’oponopono“ ( „in Ordnung bringen“ ), hat aber im Laufe der Zeit ein sehr eigenständiges Denken entwickelt, das, wie ich es verstehe, aus den speziellen Erfahrungen resultiert, die er machen konnte.

Dr. Len war in den 1980-er Jahren für etwas mehr als ein Jahr als Therapeut in einer Abteilung für psychisch erkrankte Kriminelle tätig. Es wird berichtet, er habe in dieser Zeit lediglich die Akten der Erkrankten eingesehen: Seine Arbeit sei einzig und allein gewesen, an sich selbst zu arbeiten, indem er für alles, was ihm beim Studium der „Fälle“ begegnet sei, die Verantwortung übernommen habe. Ich verstehe das so, dass er diese Verantwortung in Vergebung münden ließ und mit der Bitte um eine andere Sicht auf die Dinge verband, so lange, bis er dem ihm Unbekannten aufrichtig sagen konnte: Ich liebe Dich, ich verzeihe Dir, ich habe dich wiedererkannt als meinen Seelenbruder. Die „Verantwortung“ bestünde dann in dem Akt, in sich selbst die Schranken vor dieser Sicht abzubauen.

Die angespannte Lage, die auch auf die Pflegekräfte und Ärzte übergegriffen hatte, entspannte sich zunehmend, Zwangsmaßnahmen wie Fesseln konnten mehr und mehr reduziert werden und es mussten immer weniger Medikamente gegeben werden. Knapp zwei Jahre nach Beginn der Arbeit von Dr. Len konnte die gesamte Abteilung aufgelöst werden.

So hört man und muss sich nun fragen, was man davon hält. Ein Märchen? Eine geschönte Erzählung? Ein Wunschtraum? Oder gibt es noch eine andere Resonanz, einen leisen Gong vielleicht, ein „Danke“, eine Verneigung vor dem Anderen, die still hinter allen Einwänden von einem Einverständnis spricht mit einem solch ungewöhnlichen, für unsere rationalen Kategorien unglaublichen Heilungsansatz?

Ich sagte, ich suche nach einer Hilfe, mir zu erklären, was vorhin geschehen ist, äußerlich vielleicht eine Banalität, nichts Besonderes, aber in meinem Erleben kaum einzuordnen, es sei denn, ich akzeptiere das Wunder.
Die an Alzheimer erkrankte Frau hält ununterbrochen Selbstgespräche, in einem  freundlichem, ja warmherzigen Ton, emotional sehr facettenreich, und ganz entspannt dabei wirkend bespricht sie die Dinge, die ihr gerade durch den Kopf gehen, dies allerdings ohne einen erkennbar sinnvollen Zusammenhang. Ihr Sohn verhält sich ausgesprochen tapfer, versucht, die Situation so anzunehmen, wie sie nun mal ist und für seine Mutter da zu sein. Aber als sie ihn einmal ansieht und ihr Gesicht dabei verzweifelt und angestrengt wird, weil sie ihn ganz offensichtlich nicht erkennt, bricht er fast zusammen. Was für ein Augenblick! Die Mutter schaut ihren Sohn an und erkennt ihn nicht. Das ist für den jungen Mann ein Albtraum, auch wenn er versucht, sein Wanken mannhaft zu beherrschen. Und ich wanke mit ihm, auch ich bin der Sohn einer Mutter, und es ist der Horror.
Dann aber dieser Moment. Sie deutet plötzlich auf eine Zahl, irgendwo auf einer Werbetafel: 214. „Hundert … vierzehn“ sagt sie und ich weiß nicht, wieso, aber ich freu‘ mich so sehr über diese richtig benannte „vierzehn“, dass ich mich zu ihr hindrehe, ihr ins Gesicht schaue und freudestrahlend wiederhole: „Vierzehn!“, wie vielleicht bei einem Kind, wenn es ein neues Wort zum ersten Mal ausspricht.
Jetzt wird es schwierig, und deshalb – Verzeihung! –  der ganze Vorlauf: wenn ich sagen will, was ich wirklich erlebt habe in diesem Moment, kann ich nicht anders: Für diesen Moment ist da keine Krankheit, das „Ja“, mit dem mir die Frau antwortet, ist vollkommen ungetrübt und klar wie Quellwasser.
Es gebe solche Augenblicke, erklärt der Sohn, aber er sagt es mit der Resignation der Erfahrung in der Stimme, dass diese Augenblicke immer sofort verlöschen. Und so scheint es auch diesmal zu sein: die Mutter kehrt wieder zu ihren Selbstgesprächen zurück.

Aber …..

haben wir Söhne, wir Kinder unserer Mütter nicht eben vor dem Spiegel gestanden, in dem wir uns einst gelernt haben zu sehen, und haben wir nicht erlebt, dass im selben Moment, wenn die Freude rein genug ist, frei von Zweifeln, Beschränkungen, Bedingungen, Ängsten … dieser Spiegel nicht anders kann, als wieder ungetrübt zu sein, und wenn auch nur für einen kurzen Augenblick?

Kann ich es über mich bringen, zu sagen, Du, unbekannte Frau, ich liebe Dich, ich verzeihe Dir, ich habe Dich wiedererkannt als meine Seelenschwester?

Danke, lieber Leser.

 

*

Kriegskinder

Sie wusste sofort, was er vorhatte, sah es an seinem Gang, der zu einem letzten Weg bereit war, an den harten, nickenden Bewegungen seines Kopfes, die jeden Zweifel verboten, an der Entschlossenheit, mit der er auf den Eingang des Einkaufszentrums zukam: alle Brücken hinter sich abgebrochen und nur noch ein einziges, das einzige Ziel vor Augen.

Genau so war ihr Sohn, der Jüngste, damals aus dem Haus gegangen, ohne sie noch eines Blickes zu würdigen. Genau so.
Sie sah ihren Sohn, erkannte den Wahnsinn und roch den Tod.

Sie hatte alle verloren, ihren Mann, die drei Söhne, alle hatte der Krieg getötet. Und sie … sie war übriggeblieben, ihr Körper wenigstens war übriggeblieben, von der Seele war sie sich nicht mehr sicher, ob sie noch existiere. Ein Rest Hoffnung hatte sie am Leben gehalten und hierher geführt, in eine Art gelobtes Land, ohne Krieg, ohne Diktatur und ohne diese permanente Angst, in ein Land, in dem es Meinungsfreiheit gab und alle im Wohlstand lebten. So jedenfalls war ihr gesagt worden vor ihrer Flucht und jetzt saß sie fast jeden Tag ein paar Stunden lang vor dem Einkaufszentrum nahe ihres Flüchtlingslagers, um sich selbst ein Bild zu machen, ob stimme, was sie gehört hatte. Und … um sich zu erinnern.
Es gab wohl so etwas wie eine blasse Erinnerung in ihr, was das sei: ein glückliches Leben, wie  auf ein altes Foto schaute sie, um sich zu beweisen, dass es diesen Ort des Glücks einmal in ihr gegeben hatte. Als die Kinder noch zur Schule gegangen waren, da hatte die Sonne fraglos über ihrem Leben gestanden, ihr Mann war ein geachteter Ingenieur gewesen, und dann … war plötzlich Krieg. Und alles hatte sich gedreht.
Der Jüngste war an die falschen Freunde geraten und nach und nach unansprechbar geworden. Und selbst ihr Ältester, der für die Vernunft auf die Straße gegangen war, hatte nur noch vom Hass erblindete Phrasen der Gerechtigkeit auf den Lippen, als er in ihren Armen starb.
Der Krieg hatte in ihnen allen etwas derart verdunkelt, dass es schon ausgelöscht erschien, auch in ihr, bis heute hatte sich daran nicht viel geändert …. was ist das, das Leben? Wozu sind wir hier? Welchen Sinn hat das alles?
Sie war sich ganz sicher, dass ihr die Antwort darauf einmal selbstverständlich gewesen war, und auch, dass diese Antwort unabhängig von Äußerlichkeiten war. Aber als sie hatte erleben müssen, dass sie ihre Lieben damit nicht erreichen konnte, dass sie sie nicht vom Hass und vom Wahnsinn abhalten konnte, war ihre Sicherheit zerbrochen.
Jetzt war da nur noch … ein blasser Funke.

Und sie schaute auf und dem jungen Mann, der ihr Enkel hätte sein können und der im Begriff war, an ihr vorbeizustürmen, wiederum an ihr vorbeizustürmen, mitten ins Gesicht.

*

Seit Tagen war kein Zweifel mehr in ihm aufgekommen: er würde es tun! Die Angst empfand er wie ein Rauschmittel und mit den heiligen Worten seines Glaubens hatte er sich durch die Tage der Vorbereitung gepeitscht, alle Einwände im Keim erstickend oder sie als verabscheuungswürdige Schwächen aus seinem Bewusstsein verjagend, den Blick nur noch auf den Lohn gerichtet, der ihm verheißen war: Ruhm und Ehre in einer besseren Welt, in der ihn Anerkennung und Freundschaft erwarten und Friede herrschen würde. Und Liebe. Auch die war ihm versprochen.
Ein paar wenige Meter lagen noch vor ihm bis zu seinem Ziel und seine Hand umschloss fast zärtlich den Funksender. Das Gewicht auf seinem Rücken fühlte sich gut an, Euphorie machte sich in ihm breit, während sein Herz raste und das Glück in immer schnelleren Stößen in seinen Kopf pumpte.

Und dann traf ihn ihr Blick.
Wie angewurzelt blieb er stehen und musste geschehen lassen, dass etwas Undefinierbares ganz ruhig an den Minenfeldern seiner rasenden Gedanken vorbei sich den Strömen brennenden Blutes nicht widersetzte, um unter die heiligsten seiner Worte zu sinken und wie ein fallendes Blatt den Boden und die eine Stelle in ihm fand, zu der der Wahnsinn keinen Zugang hatte.

Wer bist du, Mensch, wer bin ich? Sei meine Antwort!

 

*

Nur ein Gedanke

Kann man sagen, ein Merkmal erfahrener Liebe sei die Abwesenheit von Schuld und Angst?
Dann würde deren Anwesenheit die Abwesenheit von Liebe bedeuten.
Kann so etwas Wesentliches überhaupt abwesend sein?
Und wenn nicht: sind wir eigentlich verrückt, wenn wir uns ängstigen?

 

*