Autor: Michael

Pausenfüller

Ich habe unter http://www.luftzumathmen.de eine Seite begonnen, auf der ich ein paar Gedanken äußern will zu einem spirituellen Lehrwerk, dem „Kurs in Wundern“ , das mich seit über 20 Jahren begleitet. Religiosität, Spiritualität, das ist eine heikle Sache, insofern die Missverständnisse und Aberrationen in diesem Bereich Legion sind. Wir haben alle davon den Kanal voll! Gleichwohl bin ich mit dem, der einmal gesagt hat: „Der Mensch ist unheilbar religiös“ ganz einer Meinung, für mich sage ich jedenfalls ein klares ja dazu. Der Austausch darüber bleibt jedoch sehr problematisch, weil das Objekt der Betrachtung letzlich unfasslich ist und immer nur angedeutet werden kann. Und das eben bringt all die Systeme, Terminologien und Glaubensrichtungen hervor, die allzu oft mehr dem Wunsch, etwas Besonderes zu wissen und zu sein, dienen, als ein echtes Gespräch über eben diese ungreifbare Mitte unseres Lebens suchen, mit dem Anderen, der eine andere Sprache, eine anderen Zugang zu seinem Wesenskern hat, auch andere Nöte und Ängste, die ihn behindern und dem Thema gegenüber vielleicht verschlossen machen: Wer bin ich? Und wozu bin ich hier? Die Anworten finde ich nur in mir selbst, und trotzdem: es gibt  darüber auch echtes Gespräch, hin und wieder.

Jedenfalls denke ich, es ist besser, für dieses Thema eine eigene Seite zu haben, auf der ich meine Gedanken äußere, und vielleicht kommt ja der ein oder andere mal vorbei, würde mich freuen.

Hier werde ich natürlich auch weiterschreiben, ich hab‘ jetzt ja schon Entzugserscheinungen!

Wollte ich nur mal gesagt haben, pausenunterbrechend.

Liebe Grüße an alle,

Michael

*

Ich muss mal …

Herzkind

… mit ein paar Sachen aufräumen,

such‘ mir mal …

ein stilles Örtchen,

und mach‘ mal …

ein kleines, feines Päuschen.

Allen, die hier gelesen und kommentiert haben,

meinen herzlichen Dank!

Nichts ist,

was nicht in Kommunikation ist!

Bis gleich dann!

Michael

*

Vielleicht …

Vielleicht, wenn einmal Alles schweigt,
Und stille wird,
Einander zu sich neigt
Und horcht,

Vielleicht nur einen Augenblick,
Was denn der Andre sei,
Und hält das eig’ne Urteil
einen Wimpernschlag lang nur zurück,
Vielleicht …

Vielleicht ist dann die Zeit vorbei,
Vorbei an ihrem Ende,
Hat selbst sich Allem zugeneigt, als wenn sie ewig sei,
Und ja, vielleicht,

Dass Krieg sich dann zu Frieden wende …

*

Frühlingsfarben

Ein Krokus, gelb und klein,
Stand mutterseelenganzallein
Auf einer Wiese
Und schmückte diese.

Auf dem Beet gleich nebenan,
Von wo man auf die Wiese blicken kann,
Errötete die blaue Krokusine,
Umschwirrt von einer kecken Biene.

Was dann kam, bleibt verborgen,
Vielleicht erzähl‘ ich es Euch morgen,
Derweil zischt unser Bienchen
Durch ein Meer von grünen Krokulinchen.

*

Gedankenabgrund

Eine Wolke aus Gedanken
Umgab den Unglücksort,
Unfassliches hielt wabernd sie in Schranken,
Bis endlich sie das Urteil formte: es war Mord!

Weltweit die Gedankennetze:
„Killer“ las man, „Psychopath“,
Schlagzeilen, Storys, Kommentargehetze
Gegen den, der höchstvermutlich Ungeheures tat.

Über eine bodenlose Schlucht,
Dunkler noch als der Gestorb’nen Grab,
Ward „Schuld“ geschrieben, „Sei verflucht!“,
Einen nur der Angst zum Opfer stieß man gnadenlos hinab.

Ruhig jetzt der Gedanken Athem wieder,
Das Schreckgespenst gebannt,
Erschöpft legt Trauer ihre Blumen nieder,
Entschieden nun der Name ist des Schuldigen genannt.

*

Unten steht im dunklen Tale
Will Verlor’nem nahe sein,
Sieht nach oben, ob der Himmel ihm ein  Bild noch male,
Ein von aller Welt Verlass’ner ganz allein.

Eine Wolke, weiß wie Schnee,
Er aus tiefstem Blau enstehen sieht,
Und wie sie über alles Ach und Weh,
Tränenlos und ohne Klagen sanft  hinüberzieht.

Eine Wolke aus Gedanken,
Die frei von Angst und Schuld
Nicht im Sog der Gnadenlosigkeit versanken,
Sich verbunden blieben in unendlicher Geduld.

Und dem das Liebste schien verloren,
Dankbar fühlt er sich verwandt,
Als sei sein Geist hier neu geboren,
Sieht er den Selbstvergess’nen ohne Schuld
und reicht ihm seine Hand.

*

Gebet

Was fällt?
Wohin?
Bin ich tot,
Wenn ich gestorben bin?

Wer fällt?
Wem zu?
Fall‘ ich ins Nichts,
Oder bist es Du,
In Deinem Innersten,
Vor dem mein Ich zerschellt,
Die mich zärtlich dort
In Ihren Armen hält?

Was fällt?
Was bricht?
Will daran glauben,
Mein Eigentliches sei es nicht.

*

Vom wiedergefundenen Anwesenden

Oh Kind,
das Du gescheitert, bevor Du Dich noch ausprobiert,
Kaum, dass ich Worte find‘,
Als ob die Sprache deinem Schicksal folgt und mit erstirbt.

So still ist die Gewalt,
so schwer zu fassen,
Erscheint gar in der Liebe wohlbehütender Gestalt,
Nicht! Mein Kind, lass‘ niemals Dich verführen,
sie zu hassen!

Mit der linken Hand sie streicheln Dich,
Während ihre rechte leise droht,
Fragen stellen sie vertrauentlich,
Als Antwort sollst Du schweigen ist ihr unerbittliches Gebot.

Räumen großmütig Dir Rechte ein,
Die sie gleich wieder vergessen,
Sagst Du „Ja“, ist’s ihnen „Nein“,
Traurig blickst Du auf den Boden, deine Qual:
nicht zu ermessen!

Schuld bist Du, nur Du!
Schreit’s stumm aus ihren Worten, ihren Gesten, ihrem Blick,
Traust Dir keinen eig’nen Schritt mehr zu,
Weichst unwillkürlich immer weiter hinter Dich zurück.

Komm‘ her, mein Kind,
Und schau‘!
Die Liebe in Dir find‘,
Vertrau‘!

Sieh‘ ihre Blicke, ihre Worte, ihre Fragen,
Sie sprechen nur von ihrer eig’nen Not,
Willst mit mir hinzuschauen wagen?
Sie finden selbst die Brücke nicht und glauben dunkel
an der Liebe Tod!

Sei’n wir uns jetzt ein kleines Licht,
Mein fremdes, wohlvertrautes Kind,
Verzweifle, ängstige Dich nicht,
Damit Sie uns erkennt, die unser Leben ist,
damit uns uns’re Liebe find‘!

*

Vertikalathmen

für H.

Dein Herz sei geflickt, sagst du leise,
Deine Lungen noch wund,
Der Tumor entfernt,
Du seist – mal ehrlich –  noch nicht richtig gesund.

Das Gehen fällt schwer,
Dafür klappt’s mit dem Rauchen sehr gut,
Du schmunzelst ein wenig,
Brauchst einen Weg durch die Angst,
Deinen Mut.

Dann aber, sagst Du, war einfach nur Frieden,
Inmitten der Nacht,
Die Du draußen in der Kälte
Mit Dir allein und Deinen Selbstgedrehten zugebracht.

Es spricht nicht Schuld, nicht Konflikt,
Jedweder Hader schweigt:
Als mit Deiner Quelle Dich verbunden,
Hat sich still Dein Herz der Wahrheit zugeneigt.

Einfach nur Frieden,
An aller Angst vorbei.
Mir ist, als ob ein endlos tiefer Athemzug
Durch Dich und mich als Eins gegangen sei.

*

Gutenabendgutenachtgeschichte!

Als das Dunkel überwog,
Weil die Sonne um die Ecke bog,
Und nur der Mond mit schwachem Lichte
beleuchtete die Gutenabendgutenachtgeschichte,
Man hatte grade eben erst begonnen mit dem Lesen,
Es war ja doch noch hell genug – gewesen!,
Der Anfang, meisterlich erzählt, er ging mir nah,
Doch von dem Rest ich Schatten nur und Schemen sah,
Und also schlief ich ein und es mir träumte,
Dass ich das Happy End verflixt noch mal versäumte.

The End

*